Die meisten werden sich fragen, ob das überhaupt geht. Schalten, ohne dabei die Kupplung zu betätigen?

Die Antwort lautet:
Ja, das funktioniert schon.
Die Voraussetzung dafür ist eine möglichst identische Drehzahl beim Antriebsrad vom Motor und dem Getriebe-Zahnrad. Sind die Drehzahlen auf beiden Seiten nahezu gleich, kann mit sehr, sehr viel Feingefühl der Gang eingelegt oder herausgenommen werden. Das Herausnehmen eines Ganges ohne Kupplung ist naturgemäß etwas weniger getriebegefährlich, weil die Zahnräder nicht zusammengeführt, sondern „nur“ getrennt werden müssen.

Wer sich an dieser gefühlvollen (und sinnfreien!) Aufgabe versuchen möchte, benötigt einen Wagen mit gut hörbarem Motor. Und idealerweise mit einem Drehzahlmesser. Dann kann die Suche nach der richtigen Drehzahl beginnen, bei der sich der Gang ohne Kraftaufwand und irgendwelche kreischenden Störgeräusche herausnehmen lässt.
Zum Herausnehmen vom Gang ohne Kupplung wird das Fahrzeug kurz beschleunigt und dann der Fuß vom Gas genommen.
Meist ist beim Übergang ins Rollen die richtige Drehzahl bei Motor und Getriebe erreicht.
Mit leichtem Zug ohne Kraftaufwand kann der Ganghebel nun bewegt und der Gang gelöst werden.

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Das laut knirschende Kreischen kennen die meisten von misslungenen Schaltvorgängen, bei denen zu spät oder zu kurz gekuppelt wurde. Das wird gern kommentiert: „Schönen Gruß vom Getriebe, der Gang ist drin“. Das hässliche Geräusch ist ein deutliches und lautes Signal für den erhöhten Verschleiß am Zahnrad.

Deshalb raten wir ganz klar von solchen Selbstversuchen ab. Selbst wenn mal ein Kupplungsseil gerissen ist, sollte der Wagen besser abgeschleppt werden.
Mit einem Versuch kriegt man das ohnehin nicht gleich hin und am Ende blockiert sonst das ganze Räderwerk.
Und diese Getriebe Reparatur kann dann im Regelfall nur die Fachwerkstatt beheben.